ZURÜCK
_VORWORT
Das reinblütige Araberpferd ist ein Wunder der Schöpfung. Kein anderes Tier vermag den Menschen gleich stark zu beeindrucken durch Leistungskraft, bezaubernde Anmut, Schönheit und Wesensart. Die schwebende Eleganz dieser Pferde, ihre oft unnahbare Beseeltheit, ihre Selbständigkeit und Empfindsamkeit bieten dem fühlenden Reiter die höchste Erfüllung, und für jeden Laien sind sie ein Glücksstrahl der Schönheit in der lieblosen modernen Welt.
Dr. Bertold Schirg

Den eindrucksvollen Erlebnisbericht von Dr. Norbert Zalis und das Loblied auf das arabische Pferd von Dr. Bertold Schirg haben wir dieser Einleitung vorgeschaltet. Aus ihnen läßt sich ablesen: Der Asil Araber ist eine Krone der Schöpfung, ein Gipfel der Natur. Der Mensch hat hier als „Vollender der Natur“ (Hans Conradin) gewirkt. Dieses hohe Kulturgut mit Sorgfalt zu bewahren, hat sich der Asil Club zum Ziel gesetzt. Ein Weltkulturerbe drohte verloren zu gehen, unterzugehen durch die Vermischung mit anderen nicht-asilen arabischen Blutlinien.
Heute blickt der Asil Club auf eine 25jährige erfolgreiche Tätigkeit zurück. Mit Genug-tuung können wir feststellen: es ist gelungen, weltweit das Bewußtsein dafür zu schärfen, daß eine asile Stute nur von einem asilen Hengst gedeckt werden darf. Damit konnte der internationalen Vermischung weitgehend Einhalt geboten werden. 
Ungeachtet seiner strengen Forderung der asilen Blutführung hat der Asil Club aber weiterhin das Verdienst, daß heute jedem Pferdefreund die Möglichkeit eröffnet worden ist, einen Asil Araber zu einem erschwinglichen Preis zu erwerben. Das war in Europa früher nur für Privilegierte denkbar. Denn damals galt, was Wolfgang Schraps in GEO mit folgenden Worten beschrieben hat:
„Kein Königs-, kein Fürstenhaus, das nicht bald erpicht war auf die Araber, und dies nicht nur wegen deren Leistungsfähigkeit, sondern auch wegen der beinahe ätherischen Schönheit, die sich bei den Beduinenpferden fand.“
Bereits 1974 hatte sich eine kleine Gruppe passionierter Züchter in Europa zusammengefunden, um für die Bewahrung der geringen Bestände der „Reinblutaraber“, so sagte man damals, zu wirken. Das Fähnlein dieser zwölf Aufrechten mit Elke Behrens, Carl-Heinz Dömken, Eberhard Franck-Zügel, Dr. Wolfgang Hirsch, Professor Jean Kayser, Dr. F. Bonno Klynstra, Barb Müller, Dr. W. Georg Olms, Dr. Otto Saenger, Erika Schiele, Professor Klaus Simons und Dipl.-Ing. Georg Thierer gründete den Asil Club und wählte als eindeutige Bezeichnung das arabische Wort asil für den authentischen reinblütigen Araber, also den Araber ohne nachgewiesene Fremdblutanteile.
Innerhalb kurzer Zeit konnten bedeutende Züchter und Hippologen für die gute Sache gewonnen werden. Die Pläne für die Veröffentlichung einer Dokumentation des Asil Clubs nahmen rasch Gestalt an. 1977 wurde Band I vorgelegt mit dem Titel ASIL ARABER, ARABIENS EDLE PFERDE, Band II erschien 1980, Band III 1985 (auch mit arabischem Text), Band IV 1993. 
Das wesentliche Instrument, mit dem der Asil Club für den Asil Araber wirkt und gewirkt hat, schuf er mit diesen deutsch-englisch-sprachigen Dokumentationen. Hier wird der fünfte Band vorgelegt, mit den wichtigsten Aussagen auch in arabischer Sprache.
Es spricht für die zunehmende Bedeutung unserer Aktivitäten, daß die Dokumentation inzwischen in italienischer Sprache erschienen* und eine französische Übersetzung für Band V geplant ist. Jetzt sind von der Equestrian Federation, Katar, sogar ein Asil Araber Stutbuch und die Gründung eines Asil Clubs Katar vorgesehen.
Neben den jährlichen Mitgliederversammlungen mit Gestütsbesichtigungen und Vorträgen erweist sich als herausragendes Instrument der Öffentlichkeitsarbeit der ASIL CUP INTERNATIONAL, der im Jahre 2000 anläßlich der Weltausstellung EXPO 2000 als ASIL WORLD CUP in den Königlichen Gärten von Herrenhausen stattfinden soll, wiederum ausgezeichnet mit dem H.H. Sheikh Zayed Cup. Von internationalen Richtern wurde der ASIL CUP INTERNATIONAL als eine der besten internationalen Schauen bezeichnet. Persönlichkeiten wie den arabischen Astronauten Prinz Sultan Bin Salman, Riyadh, und die Ministerpräsidenten Dr. Lothar Späth und Erwin Teufel, konnten wir als Schirmherren gewinnen.
Der vorliegende Band hat im Gegensatz zu den früheren Ausgaben eine neue Einteilung erfahren. So konnten bestimmte Elemente, die für das arabische Pferd und seine Züchter sprechen, sinnvoll eingebaut werden. Zum Auftakt bringen wir das Kapitel Glaub es oder glaub es nicht, in dem mit besonders eindrucksvollen Berichten und Erzählungen für das asil arabische Pferd geworben werden soll. In den folgenden Abschnitten sind unter dem Kapitel Eigenschaften die Aussagen zur Leistung zu beachten. Herauszuheben sind hier die Artikel Araberrennen: Kurzstrecke, Distanzritte und von Carole Francis die Arabische Vision. Innerhalb des Abschnittes Lebenswelt: Die Beduinen – Ritter der Wüste und Originalaraber: Die Elite der Asil Araber im Ursprungsgebiet. Diese Kapitel seien den Lesern besonders ans Herz gelegt. Man kann die Bedeutung der Asilzucht der Beduinen nicht entsprechend würdigen, wenn das Wissen um deren Tradition und Ehrauffassung fehlt.
Und man kann nicht den hohen Wert des im Ursprungsgebiet gezogenen Asil Arabers, des Originalarabers, des Desert Bred sichern und damit endlich wieder eine Quelle für die internationale Araberzucht erschließen wollen, wenn durch Unkenntnis Vollblutaraber in die arabischen Länder importiert werden, die zwar von der WAHO akzeptiert, aber wegen der Fremdblutanteile nicht asil sind. 
In Ergänzung des bedeutenden Beitrages über die Asil Arabischen Salukis von Priscilla Balles wurden diesmal die wertvollen Artikel über Das Dromedar von Dr. habil. Ulrich Wernery und zur Hohen Kunst der Falkenjagd von Oberfalkenmeister Horst Niesters einbezogen.
In dem Kapitel Darstellungen und Nachwirkungen ist der ausgezeichnete Beitrag von Frau Dr. Dr. habil. Karin Thieme Das arabische Pferd in der Kunst zu beachten. Es folgt der Abschnitt über die Asilzucht mit der Kurzfassung des herausragenden Artikels von Professor Dr. Dr. Frederik Bakels.
Im Anschluß an den Zweiten Teil mit dem Stutbuch ausgewählter Asil Araber mit seiner eindrucksvollen Übersicht der internationalen Asilzuchten gilt der Dritte Teil dem Asil Club mit der Zielsetzung, der Definition und den Gründen für die Gründung. Besondere Beachtung verdient der Abschnitt Asil Araber: Diamanten ohne Einschlüsse – Sind Vollblutaraber asil? Hier wird der Versuch der WAHO aufgegriffen, die Abkehr von der ursprünglichen Definition für den Vollblutaraber zu rechtfertigen. Diese Definition aller von ihr vereinigten Zuchtverbände lautete einmal dem Sinne nach so: „Vollblutaraber sind Pferde, die nachweisbar ausschließlich auf Originalaraber zurückgehen“.
Zu dem Versuch einer Rechtfertigung paßt ein Goethe-Zitat: „Der Scharfsinn verläßt geistreiche Männer am wenigsten, wenn sie Unrecht haben.“
Dennoch können die Argumente, die die WAHO mit ihrem Artikel Is purity the issue? auch im Internet veröffentlicht hat, nicht überzeugen. Wir haben sie in unserem Artikel hinreichend widerlegt.
Um es „Salomonisch“ zu formulieren: Unser Verhältnis zur WAHO und den nationalen Zuchtverbänden war niemals kühl, und wenn die Wertschätzung aller Vollblutaraberzuchten durch den Asil Club nicht immer genug zum Ausdruck gekommen ist, so mag es daran liegen, daß es außerordentlich schwerfällt, mehr zum Lobe der Vollblutaraber zu sagen, als es von seiten verschiedener Autoren und der Verantwortlichen innerhalb der genannten Verbände schon geschieht.
Im Anschluß an die Liste der Ehrenmitglieder und des Vorstandes folgen die Seiten der Fördernden Mitglieder mit ihren vielen bedeutenden Persönlichkeiten. Im nächsten Abschnitt geht es um die Aktivitäten des Asil Clubs. Hier wird im Kapitel Schau(un)wesen nochmals verdeutlicht, wie sehr der Asil Club das Hauptanliegen einer jeden Araberzucht betont: die Leistung, das Fördern des Arabers durch Fordern unter dem Sattel und vor dem Wagen. Mit welchen Erfolgen der asile Araber dann aufwarten kann, wird in dem Kapitel Leistungsnachweise/Hengstleistungsprüfungen eindrucksvoll herausgestellt, und da die Öffentlichkeit auf nationalen und internationalen Araber-Veranstaltungen oft nur mit dem Schaupferd konfrontiert wird, soll in dem Kapitel Schauerfolge der Asil Araber beim Asil Cup International und auf anderen Araberschauen nachvollzogen werden, wie sehr auch gerade der Asil Araber hier glänzen kann. Wenn von über 600.000 Vollblutarabern nur knapp 2% asil sind, so sind die Erfolge durch die Asil Araber nicht nur in der Leistung, sondern auch bei den Schauveranstaltungen signifikant.
Den Abschluß bildet der Arabische Teil, der die wichtigsten Kapitel in der vorzüglichen Übersetzung von Mazen Amawi bietet.
Es gilt Dank zu sagen, Dank den namhaften Hippologen, Biologen, Tierzucht-wissenschaftlern, Ethnologen, Arabisten, Arabienkennern und nicht zuletzt den Züchtern und den Nachfahren der Beduinen der Arabia Deserta. Wir sind stolz und glücklich, daß wir viele Gestüte von Weltrang zu unseren Mitgliedern zählen dürfen, darunter die Royal Stables von H. H. Sheikh Zayed Bin Sultan Al Nahyan, Abu Dhabi, des Emirs H. H. Sheikh Hamad Bin Eissa Al Khalifa, Bahrain, von H. H. Sheikh Hamad Bin Khalifa Al Thani, Katar, H. M. Sultan Qaboos Bin Saïd Taymour, Oman, des Kronprinzen H. R. H. Prince Abdullah Bin Abdulaziz, Saudi Arabien sowie die namhaften Staatsgestüte El Zahraa, Ägypten; Bábolna, Ungarn; Kladrup, Tschechien; Marbach, Deutschland; Dhirab, Saudi Arabien; Topolçianki, Slowakei; den Abu Dhabi Equestrian Club, V.A.E., sowie das Pure Arabian Horse Center, Kuwait.
An dieser Stelle möchten wir uns ebenso herzlich für die Förderung unserer Aktivitäten, insbesondere des ASIL CUP INTERNATIONAL und des ASIL WORLD CUP 2000, bedanken bei dem Ministerpräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, H. H. Sheikh Zayed Bin Sultan Al Nahyan, dem Minister for Information and Culture, H. H. Abdullah Bin Zayed, H. E. Sheikh Abdulaziz Bin Khalid Al Thani, Katar, H. E. Brigadier Abdullah Al Abri, Oman, H. H. Sheikha Lulua Al Sabah, Ägypten und Großbritannien, H. H. Sultan Bin Khalifa Bin Zayed, President of the U.A.E. Equestrian Federation, Abu Dhabi, H. H. Prince Turki F. M. Al Saud, Riyadh, und H.R.H. Prince Sultan Bin Salman, Riyadh.
Allen beteiligten Asil Club-Mitgliedern gilt herzlicher Dank für das Zustandekommen dieser Dokumentation. Durch ihre ideellen und finanziellen Beiträge haben sich verdient gemacht Brigadier Professor Kurt Albrecht, Wien, Professor Dr. Dr. Frederik Bakels, Carole M. Francis, H. E. Abbas F. Al Ghazzawy, Botschafter des Königreichs Saudi Arabien, Hansi Heck-Melnyk, U.S.A., Oberfalkenmeister Horst Niesters, Professor Dr. Gert Preiser, Dr. Otto Saenger, Dr. Bertold Schirg, Dr. Dr. habil. Karin Thieme, Dipl.-Ing. Georg Thierer, Dr. habil. Ulrich Wernery, Colonel E. B. Wilson. 
Professor Dr. Hans Conradin, Zürich, schrieb uns kürzlich: 
„Eng mit der Freundschaft Mensch/Pferd ist verbunden, daß der Mensch in einer würdigen, wirklich humanen Weise auf die Natur einwirkt. Die Heranzüchtung dieser Pferde – darüber wurde ich dank der Publikationen des Asil Clubs eindrücklich belehrt – bedeutet, daß die Natur aus ihren eigenen Anlagen heraus durch den Menschen veredelt wird. Hier wirkt der Mensch als Vollender der Natur. Was aber noch mehr entgegenkommt, ist die Atmosphäre. Ich meine die gegenseitige Handreichung zwischen den Völkern. Hier sind es die Abendländer und die Araber. Die gegenseitige Menschheitsentwicklung strebt doch nach Sich-Verstehen und Sich-Achten zwischen Menschen verschiedenster Artung, Rasse und Kultur – dies bei Nichtvergessen der eigenen Herkunft. So mögen auch diese Tätigkeiten des Asil Clubs dem Frieden und der Freiheit der Menschen dienen.“
In einem der schönsten Werke der Weltliteratur, in den Märchen aus 1001 Nacht, heißt es: „Wer gut von Dir denkt, dessen Vorstellung mach wahr“.
Was uns also hier angesonnen wird, wir sollten es erfüllen, auch indem wir uns als Bekenner der asilen Tradition erweisen, die ihr Glück zu schätzen, ihre Schätze zu würdigen, ihre Würde zu wahren wissen.

Dr. W. Georg Olms
1. Vorsitzender
ZURÜCK
(c)2002 Asil Club e.V. - Hagentorwall 7 - 31134 Hildesheim - Germany

Textsource: Asil Arabians V - The noble arabian horses (Olms Verlag 2000)
Textquelle: Asil Araber V - Arabiens edle Pferde (Olms Verlag 2000)