Jahreshauptversammlung 2020 in Hildesheim

Am Samstag, dem 5. September 2020, trafen sich 35 Mitglieder bei leichtem Regen, aber bei bester Laune im idyllischen Söder beim Olms Hamasa Araber Gestüt, Familie Olms, auf Schloss Söder zur Präsentation der Gestütspferde sowie einiger Pferde des Gestüts Giseh Asil Araber, Familie Hillebrand, die über Ihre Abstammungen teils auf die Blutlinien von Olms Hamasa zurückgehen. Unter Einhaltung der Corona-Regeln wurden auf einer Weide vor der Schlosskulisse Hamasa Lobna (Messaoud – Hamasa Massuda v. Maysoun a.d. Nafteta) und Hamasa Noufous (Hamasa Khazzan – Hamasa Niyaba v. Maysoun a.d. Nafteta) mit ihrer Nachzucht gezeigt. Lobna führte ihr typvolles Stutfohlen Hamasa Laziza (*2020, v. CM Madheenh El Erd) vor, und beide konnten zur Freude der Zuschauer auch im Freilauf ihre schönen Bewegungen zeigen. Die wunderschöne Hamasa Noufous ist tragend für 2021 ebenfalls von CM Madheenh El Erd (Massalam – CM Bint Malifah) aus dem Gestüt Chrymont.Als sehr gelungen erwies sich die Anpaarung von Noufous mit dem Leistungsvererber Khudaira Nuri Ibn Salam aus dem Gestüt Al Azim Arabians. Der eineinhalbjährige Spross Hamasa Nafis zeigte sich mit viel Präsenz und Adel. Leider erlaubten die Verhältnisse keinen weiteren Freilauf. Als letzte war die typvolle dreijährige Hamasa Luh (Ghamin – Hamasa Lobna) zu sehen, die ebenfalls aus der sehr gelungenen Verpaarung mit einem Leistungshengst, dem rennleistungsgeprüften und in der Dressur platzierten Naheed-Sohn Ghamin, stammt.

 (Bilder Hamasa)

Aus dem Gestüt Giseh Arabians wurden CM Naafeedah El Erb (Messaoud – Hamasa Itidal) mit ihrem herrlichen Hengstfohlen von El Thay Kayan Al Sabah gezeigt, der über seinen Vater Ajmal Tameen auf den Olmsschen Stamm-Hengst Hamasa Nabih (Farag – Nafteta) zurückgeht. Außerdem hatte Familie Hillebrand Tiffana (NK Kamar El Dine – Al Ilah Bint Tamria) mitgebracht, die über Emiratus B und Tamria Bint Thamam Blutanschluss an die Asilzucht des Staatsgestüts Bábolna aufweist. Auch Tiffana hatte ein sehr hübsches Stutfohlen von El Thay Kayan Al Sabah bei Fuß.
Dr. Astrid von Velsen-Zerweck, die den Kommentar sprach, lobte bei allen Pferden die guten Gangarten, korrektes Gebäude und die Gelassenheit.

(Bilder Giseh)

Schließlich zeigte Mara Schwarz ihren jetzt 8-jährigen Wallach Hamasa Mansour (Hamasa Khazzan – Hamasa Lobna) unter dem Sattel, der mit gutem Reitpferdeexterieur, Vertrauen, Coolness und Zuverlässigkeit bestach, obwohl nur mit Knotenhalfter auf rutschigem, unbekanntem Terrain geritten.

(bilder Mara)

Danach ging es ins Van der Valk Hotel Hildesheim am historischen Marktplatz, wo die 35 Teilnehmern nach Kaffee und Kuchen die Vorträge des Vorsitzenden, der Schatzmeisterin sowie der Kassenprüferin vernahmen und dem Vorstand einstimmig Entlastung für das Jahr 2019 erteilten.

Anerkennung von 300 straight-Irani Asil Arabern

Allgemeine Zustimmung fand die Nachricht, dass der Vorstand nach intensiven Recherchen durch Danielle Merzbach und Karsten Scherling einstimmig für die Anerkennung von 300 straight-Irani Asil Arabern (die sogenannten straight-Iranis oder Khuzestan Asils) als „asil“ votiert hat. Auf Antrag eines Züchtermitglieds und von zwei externen Besitzern einer Asil-ägyptisch-Irani Asil Stute begutachteten sie umfassendes Material aus dem Nachlass und der Datenbank der leider verstorbenen Pedigree-Expertin Hanna Louise Heck-Melnyk, von Mary Gharagozlou, der Grand Dame der Iran Asil Association, sowie Berichte von weiteren Experten, die sich vor Ort ein Bild von der Zucht gemacht hatten. Der Empfehlung von Hansi Heck-Melnyk folgend, die diese Pferde in ihrer Datenbank als Asil bestätigt hat, votierte der Vorstand einstimmig, die dort verzeichneten straight-Irani Araberpferde und ihre asilen Nachkommen als asil anzuerkennen. Diese Gruppe ist als „Khuzestan Asils“ in den ersten beiden iranischen Stutbüchern (1976, 1999) verzeichnet und von der WAHO anerkannt.

Der straight-Irani Asil Araber zeichnet sich durch seine Ursprünglichkeit, sein kräftiges Exterieur, seinen Charakter, seine Leistungsbereitschaft, seine Reiteigenschaften und Reitpferdepoints aus. Einzelne Bestände gab es in Österreich und Deutschland in den 1980er Jahren, derzeit in den Niederlanden und in Spanien (Gestüt Schieferegg), wo sie mit asil-ägyptischen Linien angepaart werden und im Distanzsport erfolgreich sind. Es war Mary Gharagozlous Verdienst und Lebenswerk, die asilen Wurzeln dieser Pferde in einem Jahre dauernden Prozess bei den Nachfahren der arabischen Stämme in Khuzestan zu recherchieren, zu verifizieren und die dort lebenden Pferde zu registrieren. (Weitere Informationen und einschlägige Artikel über diese seltenen asilen Blutlinien finden Sie demnächst unter www.asilclub.org.)

Dazu hielt Frau Gudrun Waiditschka einen höchst interessanten Vortrag zu Geschichte, Herkunft, Strains sowie den Herausforderungen im Hinblick auf die Erhaltung dieser Linien im Iran.

ACI 2021

Da ein Titelsponsoring für den Asil Cup 2020 schon nicht zu erreichen war und uns nun durch Covid-19 auf weiteres die Hände gebunden sind, muss ein Asil Cup 2021 zwangsläufig vertagt werden. Es kam aber die Anregung aus den Reihen des Vorstands, eine kleinere Veranstaltung auf die Beine zu stellen, bei der Gestüte aus der Umgebung eingeladen werden, ihre Pferde ohne Richterurteil und Profitrainer vorzustellen, und dabei vielleicht Marbach als Schauplatz einzubeziehen.

 Der Vorstand