_DER ASIL ARABER
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_Eine Sammlung zentraler Aussagen (Vorwort)
Die wesentlichen Argumente, die für den Asil Araber sprechen, sind auch in dieser Dokumentation behutsam ergänzt oder ausgetauscht. Die Aussagen von Autoren, die den unbestritten hohen Stand hippologischer Kenntnisse auch früherer Jahre repräsentieren, können wir nicht oft genug studieren.
Es heißt bei Jacques Derrida: „Ein Zeichen, das sich nicht wiederholt … ist kein Zeichen.“ In der Wiederholung wird also gerade die Einmaligkeit verdeutlicht, verstärkt, eingeprägt. Grundsätzlich meinen alle Autoren, wenn sie vom arabischen Pferd bzw. dem Vollblutaraber sprechen, den Asil Araber.

Wir schließen daraus: Vieles trifft auf alle arabischen Pferde zu, alles aber auf den Asil Araber. Nach wie vor beschäftigen den interessierten Pferdefreund die Fragen:

  1. Hat die asile Blutführung genetisch eine Bedeutung?
  2. Können wir der mündlichen Überlieferung der Beduinen vertrauen?
  3. Welche reiterlichen Qualitäten hat der Araber? Wozu dient er überhaupt? Genügt es nicht, eine kleine Elitegruppe für die Einkreuzung in andere Zuchten bereitzuhalten?
  4. Sind die Beduinen wirklich verantwortlich für die Schönheit des arabischen Pferdes? Ist das arabische Pferd in seinem herrlichen Typ nicht eher eine Zuchtleistung Ägyptens, Europas oder der USA?
  5. Hat der Originalaraber noch eine Bedeutung, da doch auf der arabischen Halbinsel, von den Importen abgesehen, kaum noch asile Pferde anzutreffen sind?
  6. Welche Vorteile bringt der Asil Club dem Züchtermitglied?

Diese Dokumentation wird dazu die überzeugenden Antworten geben:

  1. Die Tierzuchtwissenschaft hat in eindrucksvoller Weise die genetische Bedeutung der Asilzucht beim Araber herausgestellt (siehe dazu S. 293).
  2. Die Glaubwürdigkeit der Beduinen mit ihrer mündlichen Überlieferung steht außer Zweifel, sie ist sicherer als manches Dokument (siehe dazu S. 155).
  3. Das Exterieur des arabischen Pferdes bietet die denkbar beste Voraussetzung für die einzelnen Reitdisziplinen, und dank des grundehrlichen Charakters und der hohen Intelligenz zeigt es ein Höchstmaß an Rittigkeit und Leistungsvermögen. Es gibt kein besseres Familienreitpferd, erst recht wenn man mit dem arabischen Pferd umzugehen weiß (siehe dazu Band V S. 769).
  4. Die Gegenüberstellung der Gemälde und Lithographien alter Meister mit den Fotos unserer heutigen Pferde weisen eindeutig die Beduinen als Züchter des typvollen Asil Arabers aus (siehe ASIL ARABER, Arabiens edle Pferde, Band IV, S. 279 ff.).
  5. Um den Originalaraber, den Desert Bred, war es in den vergangenen Jahrzehnten im Ursprungsgebiet schlecht bestellt. Jetzt hat wieder eine Rückbesinnung auf die große Tradition eingesetzt. Die Araber sind wieder stolz auf die Leistung ihrer Vorfahren, die schließlich die Väter des arabischen Pferdes waren. Wie sehr die westlichen Zuchten den asilen Araber im hochedlen Typ aus der Arabia Deserta benötigen, haben große Hippologen stets aufs neue betont. Um endlich wieder eine Elite im Ursprungsgebiet zu schaffen, bedarf es dort des Importes der besten asilen Blutlinien, also nur der Vollblutaraberpferde, die der Beduinentradition, der konsequenten Reinzucht entsprechen, die also vom Asil Club anerkannt sind. Nur dann ist gewährleistet, hochedle Asile später als Originalaraber in den Westen zu exportieren, um hier die Zuchten erneut zu verbessern (s. Band V S. 179).
  6. Wer nach der Lektüre dieser Dokumentation nicht erkennt, worum es geht, nicht sofort spürt, daß er hier gefordert ist, durch sein Mitwirken die Gemeinschaft zu stärken, stolz darauf ist, mit renommierten Kollegen und Förderern sich zur asilen Zuchttradition zu bekennen, der sollte sich anderen Aufgaben widmen.

Der weithin bekannte Spruch „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ findet bei den Arabern noch eine Fortsetzung: „und im Vertiefen in Bücher“. Die vorliegende Dokumentation will mit ihren Zitaten anregen, die einzelnen Werke zu studieren. Man wird feststellen: Viele Fehler, die sich bei der Zucht und der Haltung ergeben, wären vermeidbar, hätte man vorher um sie gewußt. Man braucht nicht erst bei der Universität nachzufragen, um die hohe Bedeutung, sich Wissen durch Lesen anzueignen, zu erkennen. Vielleicht inspiriert folgende Anekdote, sich dieser Aufgabe mit Elan zu widmen, sich also entsprechendes Grundlagenwissen zu verschaffen. Neil Postman schildert die Geschichte zweier Gauner: „Der eine hieß William, der andere Paul. Beide hatten im Jahre 1605 versucht, in das Haus des Earl of Essex einzubrechen. Sie wurden gefaßt und überführt. Und das Urteil, das die hohe Obrigkeit über sie fällte, lautete so: Besagter Paul liest, soll gebrandmarkt werden, besagter William liest nicht, soll gehängt werden.“

Der Asil Club dankt allen Autoren, Museen, Bibliotheken, Mitgliedern und Verlagen, die den Abdruck verschiedener Texte und Illustrationen für dieses Werk freundlicherweise gestatteten (siehe Tabula Gratatoria Band V S. 827). W. Georg Olms (1999)

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Textsource: Asil Arabians V - The noble arabian horses (Olms Verlag 2000)
Textquelle: Asil Araber V - Arabiens edle Pferde (Olms Verlag 2000)