_ASIL ARABER
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_Leistungsbereitschaft, Rittigkeit, Leistung
Wir wiederholen:
Der Asil Araber hat den denkbar besten Charakter, und mit uns teilen viele die Auffassung, diesen herausragenden charakterlichen Qualitäten verdanken wir ein Höchstmaß an Rittigkeit. Und diese Rittigkeit ist wiederum verantwortlich für die Leistung. Leistung ist zu einem hohen Anteil eine Frage des Charakters, und der vererbt sich erwiesenermaßen zumeist durchschlagend, womit sich der Kreis schließt: Charakter ist eine Frage der Abstammung.

Schon Juvenal (ca. 60-140 A. D.) erkannte diese Tatsache:
Männer oder Frauen aus jeder Abstammung können gut oder schlecht oder keines von beiden sein. Bei Pferden jedoch liegt in der Abstammung mehr als in der Erziehung und der sie umgebenden Verhältnisse.

Adolf Schreyer, Arabischer Reiter


[o. N.], Arabischer Reiter

Wir schätzen den Asil Araber als hervorragendes Reitpferd – wir können uns kein besseres Familienreitpferd vorstellen. Seine effektive Verwendbarkeit reicht aber weiter, und zwar von den einzelnen Dressuraufgaben bis zu den Übungen der Hohen Schule, vom Einsatz vor der Kutsche bis zum Distanzfahren, von den Kurzstreckenrennen zum Geländeritt und schließlich zu seiner eigentlichen Domäne, dem Distanzritt. Reiter anderer Pferderassen – oft in Unkenntnis des hohen Einflusses von Arabern bei ihren Pferden – wenden ein: der Araber sei zu klein, zu temperamentvoll, zu eigenwillig, damit ungeeignet für den großen Sport, also die Springprüfungen, die Dressur, die Hohe Schule. Ohnehin seien die Richter der Dressur- und Reitklassen fixiert auf ein Mindestmaß an Größe und Raumgriff; die Ästhetik gebiete große Pferde, selbst wenn sie von Reitern kleinerer Statur vorgestellt werden. Daraus folgt: die Könner und ihre Schüler suchen nach Pferden anderer Rassen, die aufgrund dieser Erfahrungen schnelle Erfolge verheißen. Die Vielfalt der Talente des Arabers soll und muß unter dem Reiter getestet werden. Nur so werden auch die Skeptiker überzeugt. Wie oft müssen wir Züchter erleben, daß sich Bereiter anfangs kritisch oder gar spöttisch unseren Pferden, vor allem beim Einreiten, widmen. Und wir können immer wieder mit großer Genugtuung feststellen, daß schon nach kurzer Zeit der Wunsch laut wird: wenn einmal ein eigenes Pferd, dann nur noch einen Araber! 

Es ist eine hohe Verpflichtung, dem Asil Araber den Rang einzuräumen, der ihm zukommt, d. h. für den Züchter:

  • seine Pferde auf ihre Talente hin zu testen, in erster Linie also z. B. für die Distanz zu trainieren oder passionierten Distanzreitern anzuvertrauen,
  • für die Kurzstrecke zu trainieren und auf die Rennbahn zu schicken,
  • das Reittalent für Dressuraufgaben zu prüfen und den Asil Araber auf Turnieren einzusetzen
  • unter anderem auch das Springtalent zu prüfen, um vielleicht sogar auf Turnieren anderen die Schau zu stehlen (der Hengst Gharib war ein solches Talent und hat es auch vererbt),
  • zumindest aber die Pferde einzureiten und als verläßliches Familienpferd einzusetzen.

Das heißt für den Reiter: sich nach dem entsprechend talentierten Asil Araber umzusehen, sein Pferd wird es ihm danken, in welcher der genannten Disziplinen auch immer. Das heißt insbesondere für unsere Freunde in den arabischen Ländern, nach Asil Arabern Ausschau zu halten

  • für die Distanzritte,
  • für die Rennbahnen.

Als Nachfahren der Beduinen wird es ihnen höchste Genugtuung bereiten, dann ihre Asilen im Vergleich mit den Kadishis vorn zu sehen. Dafür gilt es, mit Intensität und im Wissen um die im Asil Araber schlummernden Qualitäten sich dafür einzusetzen, nicht aus nostalgischen Erwägungen, nein, im Vertrauen auf das von den Vorfahren geschaffene Kulturgut, den Asil Araber. Der Abschnitt Hengstleistungsprüfungen sollte mit seinen signifikanten Ergebnissen – Asil Araber im Vergleich zu den nicht asilen Vollblutarabern – auch die letzten Skeptiker überzeugen!

Hengstleistungsprüfungen – Asil Araber im Vergleich mit anderen Vollblutarabern

Um die staatliche Deckerlaubnis für Hengste zu erhalten, bedurfte es in Deutschland und einigen anderen Staaten bis 1989 der Körung, verbunden mit der Auflage, anschließend innerhalb von 1–2 Jahren eine Hengstleistungsprüfung abzulegen. Im Zuge der europäischen Einigung wurden diese Bestimmungen aufgehoben, sehr zum Bedauern verantwortungsbewußter Züchter und sicher sehr zum Schaden für die Pferdezucht. Die Hengstleistungsprüfung wird jetzt auf freiwilliger Basis durchgeführt; der hohen Kosten wegen verzichten die meisten Züchter auf diesen umfassenden Leistungstest. Fast jeder Hengst wird jetzt zur Zucht zugelassen, es sind also viele Hengste geringerer Qualität im Deckeinsatz und immer weniger Hengste, die sich in der Hengstleistungsprüfung – dazu gehört inzwischen auch die Qualifikation auf der Kurzstrecke bzw. auf dem Distanzritt – auszeichnen. Als Trainingszentrum stand hier an erster Stelle der Klosterhof Medingen, der den größten Anteil an der Ausbildung von Vollblutarabern für die Hengstleistungsprüfungen hatte. Die Hengstleistungsprüfungen in Marbach, München-Riem und Warendorf hatten wegen der Beteiligung von nur wenigen Vollblutarabern eine zu geringe Aussagekraft. Die Ergebnisse der Hengstleistungsprüfungen von 1974-1990 zeigen signifikante Erfolge der Asil Araber im Vergleich mit den anderen nicht asilen Vollblutarabern. Die Auswertung der Hengstleistungsprüfungen der Jahrgänge 1974-1990 für Arabisches Vollblut auf dem Klosterhof E. Wahler, Medingen, ergibt folgende Spitzenergebnisse für Asil Araber:

1974 Beteiligung: 9 Vollblutaraber, davon 1 Asil Araber
-- Asil Araber = Trainingsbester

1975 Beteiligung: 14 Vollblutaraber, davon 3 Asil Araber
-- Asil Araber = Trainingsbester und Reservesieger, 2. Platz Trainingsnote und Sieger

1976 Beteiligung: 14, keine Teilnahme von Asil Arabern

1977 Beteiligung: 7 Vollblutaraber, davon 1 Asil Araber
-- Asil Araber = Sieger (Nachprüfung)

1978 Beteiligung: 13 Vollblutaraber, davon 1 Asil Araber
-- Asil Araber = Trainingsbester und Reservesieger (Nachprüfung)

1979 Beteiligung: 14 Vollblutaraber, davon 7 Asil Araber
-- Asil Araber = Sieger, Trainingsbester, Reservesieger, 3. Platz

1980 Beteiligung: 22 Vollblutaraber, davon 6 Asil Araber
-- Asil Araber = Reservesieger und 3. Platz

1981 Beteiligung: 17 Vollblutaraber, davon 4 Asil Araber
-- Asil Araber = 4. und 5. Platz

1982 Beteiligung: 11 Vollblutaraber, davon 5 Asil Araber
-- Asil Araber = Sieger, Trainingsbester, Reservesieger, 3. Platz

1983 Beteiligung: 22 Vollblutaraber, davon 10 Asil Araber
-- Asil Araber = 3. und 4. Platz

1984 Beteiligung: 13 Vollblutaraber, davon 6 Asil Araber
-- Asil Araber = Sieger und Trainingsbester Reservesieger

1985 Beteiligung: 10 Vollblutaraber, davon 1 Asil Araber
-- Asil Araber = ohne signifikantes Ergebnis

1986 Beteiligung: 17 Vollblutaraber, davon 6 Asil Araber
-- Asil Araber = 3. Platz

1987 Beteiligung: 15 Vollblutaraber, davon 6 Asil Araber
-- Asil Araber = Sieger

1988 Beteiligung: 13 Vollblutaraber, davon 4 Asil Araber
-- Asil Araber = Sieger

1989 Beteiligung: 15 Vollblutaraber, davon 5 Asil Araber
-- Asil Araber = 3. Platz

1990 Beteiligung: 9 Vollblutaraber, davon 1 Asil Araber
-- Asil Araber = Sieger

Die Zusammenfassung von 15 Jahrgängen, an denen Asil Araber in Medingen teilgenommen haben, ergibt:

1974 - 1990: 221 Vollblutaraber, davon 67 Asil Araber (ohne 1976)

Asil Araber =
- 9mal Sieger (7mal Trainingsbeste)
- 6mal Reservesieger
- 6mal 3. Platz

Damit wurden von den Asil Arabern, die weniger als ein Drittel der Vollblutaraber ausmachten, fast zwei Drittel der Sieger gestellt und fast die Hälfte der ersten drei Plätze belegt. Die Trainingsnote der 10 Jahrgänge 1974 - 1984 (ohne 1976) war mit 7 Asil Arabern als Trainingsbeste ebenfalls von überragender Bedeutung. Diese Trainingsgesamtnote wurde in den Jahrgängen 1985 - 1990 nicht gesondert ausgeworfen. Rechnet man diesen 15 Medinger Jahrgängen die 10 Jahrgänge von Marbach hinzu, ergibt sich: 25 Jahrgänge, Beteiligung: 272 Vollblutaraber, davon 89 Asil Araber Asil Araber = 15 Sieger Die Asil Araber, sie bilden weniger als ein Drittel der Vollblutaraber in beiden Hengstleistungsprüfungen (32,7%), haben mehr als die Hälfte der Sieger gestellt (60%), also doppelt so viel, wie die anderen Vollblutaraber. Das sind signifikante Ergebnisse.

Also: 89 Asil Araber = 15 Sieger (das sind 17%)! 183 nicht asile Vollblutaraber = 10 Sieger (das sind 5,5%)! Der Asil Araber hat den denkbar besten Charakter, daraus resultieren Rittigkeit und Leistungsbereitschaft, und diese bilden die Voraussetzung für Leistungserfolge.

Was wir aufgrund dieser Hypothese erwarteten, hat sich in den Hengstleistungsprüfungen eindrucksvoll bestätigt.

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(c)2002 Asil Club e.V. - Hagentorwall 7 - 31134 Hildesheim - Germany

Textsource: Asil Arabians V - The noble arabian horses (Olms Verlag 2000)
Textquelle: Asil Araber V - Arabiens edle Pferde (Olms Verlag 2000)