| Die Araber, den weißen Mantel über die linke Schulter geworfen, den Dscherid hoch in der Rechten, tummeln da ihre kleinen mageren Stuten zwischen den schön gewarteten, reich gezäumten Rossen der Türken, welche, nach der prächtigen Art gekleidet, mit ihren Turbanen und roten, blauen und gelben Gewändern einen höchst stattlichen Aufzug machen. Der Platz ist freilich, wie man sich ihn bei uns nicht aussuchen würde, um Pferde darauf zu führen, denn er ist mit Stein und Geröll ganz überdeckt; aber man kann nicht rücksichtsloser reiten als diese Leute, und wenn man sie in der gestreckten Karriere hinfliegen, das Pferd in kleinen Volten plötzlich herumwerfen oder kurz parieren sieht, so sollte man nicht denken, daß das Tier oft das halbe oder ganze Vermögen des Reiters ausmacht. Die Gesellschaft teilt sich ohne weitere Anordnung in zwei Parteien, eine der anderen gegenüber; wer will, sprengt hervor, sobald er umdreht, jagt ihm ein anderer nach, sucht ihn einzuholen und schleudert, hoch in den kurzen Bügeln aufgerichtet, den Dscherid mit aller Gewalt ihm nach. Der Dscherid ist ein Wurfspieß, dem die Spitze fehlt, ein drei Fuß langer Stock, der fingerdick, auch wohl etwas dicker ist; es gibt daher oft tüchtige Püffe, von einem Unglück aber hört man fast nie. Obwohl man stets nur im Verfolgen wirft, so wird die Gefahr, das Auge des Gegners zu treffen, dadurch nicht ganz beseitigt, denn der Verfolgte sieht sich um, dem Wurf auszuweichen oder den Dscherid mit der Hand seitwärts zu schleudern; viele fangen den Stab und schicken ihn ihrem Verfolger zurück. Die Pferde scheinen ein ebenso großes Vergnügen an diesem Spiele zu nehmen als der Reiter; da ich ein Pferd des Paschas ritt, welches ich noch nicht kannte, so nahm ich Abstand, mich in die Melee zu mischen, das Tier stampfte und wieherte, und als ich ihm die Zügel schießen ließ, zeigte es sich doch so folgsam gegen Zügel und Schenkel, daß der schlechteste Reiter mit Ehren hätte bestehen können. |

Ch. Aubry, Mameluck, Equitation Orientale
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